Umwelt und Natur erhalten – für eine lebenswerte Stadt und ein gutes Leben für unsere Kinder

Für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ist dieses kein Lippenbekenntnis, sondern unsere tiefe Überzeugung. Wir müssen jetzt und hier handeln, um den kommenden Generationen eine lebenswerte Stadt und Umwelt zu erhalten. Wir setzen dabei auf eine nachhaltige Entwicklung unserer Stadt mit einer sinnvollen Mischung aus Wohnen, Freizeit, Gewerbe und Natur.

Rat und Verwaltung haben in den letzten Jahren gute Konzepte zum Klimaschutz beschlossen. Jetzt müssen wir sie auch mit Leben füllen. Bei der Ausweitung auf die Energiewirtschaft sehen wir auch unsere Stadtwerke in der Pflicht.

Wir wollen in Richtung einer ökologischen und ökonomischen Energiewirtschaft gehen. Das setzt voraus, dass wir wieder alleine über unsere Stadtwerke bestimmen können. Das Modell Bürger-Solar wollen wir neu beleben und ausbauen.

Klimaschutz fängt in der Kommune an

Grundsätzlich haben wir in Ratingen kein Erkenntnisproblem – wir haben ein Vollzugsproblem!  Wir haben tolle Papiere und Programme und machen auch schöne, publikumswirksame Maßnahmen wie die Beschaffung von Elektroautos- und Fahrrädern, LED Leuchten oder das geplante Umweltbildungszentrum am Blauen See.

Das sind alles gute und sinnvolle Maßnahmen, die wir gerne mitgetragen haben. Um aber nachhaltige Effekte zu erzielen, müssen wir dahin, wo es wirklich wirkt. Neben Industrie und Landwirtschaft sind die Hauptfaktoren für den Klimaschutz in der Energieerzeugung/ der Reduzierung des Energieverbrauches und der Verkehrswende zu sehen. Immissionen der Industrie und der Landwirtschaft sind in Ratingen nicht so relevant.

Wir wollen einen massiven Ausbau der Fernwärme mit Kraftwärmekopplung in der Kernstadt Ratingen wegen hohem Wirkungsgrad der Erzeugung von Strom und Wärme zugleich. Großprojekte wie Wallhöfe, Schwarzbachquartier und genossenschaftliche Wohnprojekte (Feuerwache, Hans- Böckler-Straße etc.) müssen angeschlossen werden.

Wir setzen uns für die Fortführung der Dämmungsmaßnahmen an städtischen Gebäuden mit zentralem Gebäudemanagementsystem. Stadt hat erst 2019 Energiespar- Contracting für städtische Liegenschaften beschlossen: So “soll umgesetzt werden” eine Idee aus den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts.

Wir wollen den Einsatz von Solar- Energie und Dach-/Fassadenbegrünung, wo immer nur möglich und sinnvoll.

Verkehrswende vor Ort gestalten

Wir wollen die Verkehrswende durch massive Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr mit der Westbahn, der Verlängerung der U 81 bis nach Ratingen – West und neuen Nahverkehrsachsen wie z.B.  von Ratingen über Hösel/Eggerscheidt, Breitscheid nach Mülheim. Eine Sofortmaßnahme wäre die Taktverdichtung der S6 auf den 10 Minuten Takt!

Wir brauchen eine interkommunale und überregionale Verkehrsplanung mit einem neuen und attraktiven Tarifsystem, dass sich an Pendlerströmen und Wirtschaftsbeziehungen orientiert und nicht an Postleitzahlen und Stadtgrenzen. Dazu gehört für uns als erster Schritt die Schaffung eines attraktiven und preisgünstigen Tarifmodells im VRR für den Wirtschaftsraum Düsseldorf / Ratingen und Nutzung lokaler Spielräume für lokale Tarifmodelle, beispielsweise für Auszubildende.

Ökologische Stadtplanung statt Zersiedelung

Die Freiflächen in Ratingen sind kein Bauerwartungsland, sondern im besten Sinne unser Kapital. Sie machen den Charme der Stadt erst aus. Durch ein verdichtetes energieeffizientes Bauen mit einer ökologisch orientierten Bauleitplanung wollen wir gegen den Flächenfraß angehen. Wir lehnen eine weitere Zersiedelung ab. Für uns haben die Nutzung vorhandener innerstädtischer Brachflächen und das Recycling in die Jahre gekommener Gewerbeflächen absoluten Vorrang vor einer Ausweitung in die Freiflächen.

Ratingen braucht qualitatives und nicht rein mengenmäßiges Wachstum.

Wir unterstützen eine moderate Flächenentwicklung und Verdichtung an der Westbahn, Neue Mitte Breitscheid, aber keine neuen Gewerbegebiete beidseitig Lintorfer weg und östlich Schöllersfeld in Homberg.

Für uns hat die Sicherung der Freiflächen östlich von Homberg und zum Mülheim/Duisburger Wald Vorrang. Ein Zupflastern mit neuen Gewerbegebieten für Logistikunternehmen lehnen wir kategorisch ab.

Wir sagen dem Lärm den Kampf an

Wir wollen Temporeduzierungen an allen besonders belasteten Straßen – Ratingen ist nach der aktuellen Lärmkartierung durch Lärm sehr belastet. Um die Lärmquelle Verkehrslärm zu reduzieren, setzen wir primär auf Geschwindigkeitsbegrenzungen, lärmreduzierenden Asphaltbeläge und eine bessere Steuerung des Lastverkehrs. 

Der Schienenlärm durch die Westbahn betrifft in Ratingen viele Menschen. Hier muss endlich mehr passieren. Die Möglichkeiten aus der Lärmsanierung an Schienen durch Bundesmittel müssen besser genutzt werden.

Fluglärm – Einem Ausbau der Kapazitäten des Flughafens zu Lasten der Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner erteilen wir eine klare Absage.

Naturschutz vor Ort

Die Abschaffung der Baumschutzsatzung durch CDU, BU und FDP erweist sich als schwerer Fehler (wie von uns vorhergesagt). Wir wollen eine zeitgemäße Neuauflage der Baumschutzsatzung.

Wir wollen eine Satzung gegen die grassierende Verschotterung von Vorgärten (die SPD ist die einzige Partei, die sich für eine kommunale Sondersatzung eingesetzt hat) statt bloßer Appelle.

Wir wollen die vermehrte Anlage von „Wildwiesen“ und die Pflanzung von Straßenbäumen, die Bienen Nahrung geben können. Dabei setzen wir auf die Expertise des örtlichen Imkervereins.

Die Ratinger Wälder sind weitgehend in Privatbesitz und damit sind die Einflussmöglichkeiten gering, Dennoch wollen wir den Versuch unternehmen, Mischwälder für Klimaanpassung zu fördern und Monokulturen für Tannenbäume zu verhindern. Bei den Wäldern in Ratingen handelt es sich vielfach um Forstflächen, d.h. Wirtschaftsflächen. Eventuell sehen wir auch die Möglichkeit der Umwandlung von Forst in Waldflächen. 

Umwelt-, Naturschutz- und Nachhaltigkeitsorganisationen besser an der Ratinger Kommunalpolitik beteiligen

Für die Akzeptanz politischer Entscheidungen ist die Einbindung der Bürger und Bürgerinnen von großer Bedeutung. Beim Klimaschutz ist dies mit dem Klimabeirat gut gelungen. Für die Diskussion von Verkehrsfragen hat der Rat das Verkehrsforum eingesetzt.

Es fehlt ein vergleichbares Gremium für Umwelt-, Naturschutz und Nachhaltigkeit. Daher setzen wir uns für die Schaffung eines solchen Gremiums für Organisationen ein, die sich mit Umwelt-, Naturschutz und Nachhaltigkeitsfragen befassen oder davon berührt sind.

Die Organisation sollte ähnlich wie beim Klimabeirat sein. Ein Mitglied des Gremiums nimmt mit beratender Stimme an den Sitzungen des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses teil.

 Schöne Umgebung und Landschaft = unser Kapital in Ratingen