Jürgen Lindemann

Ratskandidat in Tiefenbroich – Wahlkreis 713

Jürgen Lindemann, Ihr SPD-Kandidat für Tiefenbroich-Süd.

Ich darf mich im Folgenden noch etwas näher vorstellen als im Flyer:

Ich bin 71 Jahre alt und Pensionär.  Vor meiner Pensionierung war ich zuletzt Gruppenleiter im Umweltministerium NRW. Meine inhaltlichen Aufgabengebiete waren das umfassende Umweltrecht und die Landes/Bauleitplanung.  Ich bin also Verwaltungsjurist.

Meine Interessen sind im Sinne einer Nachhaltigkeit vielfältig.  Ich finde, dass vieles wichtig ist, und bin und war deshalb in vielen Gebieten tätig, vielleicht selbstkritisch gesagt, vielleicht auch in zu vielen Gebieten.  Am Rande der Überforderung.

Schon als Schüler habe ich mich sozial betätigt. Während meiner Berufszeit war ich des­wegen als Gewerkschaftler langjähriges Mitglied des Personalrates im Umweltministerium. Ich habe dort manchen Strauß für die Interessen der Bediensteten mit ausgefochten, oft zum Missvergnügen der Vorgesetzten. 

Privat ist mir nach der Studienzeit der Umwelt- und Naturschutz wichtig geworden. Primär weil ich glaube, dass eine gesunde Umwelt und Natur wichtig ist gerade auch für unser Wohlempfinden, und das wir auf dem besten Wege waren und vielleicht noch sind, unseren Kindern eine geschädigte Erde zu hinterlassen. Nachdem meine Frau und ich 1982 nach Ratingen gezogen sind, bin ich 1985 für viele Jahre Vorsitzender der Ortsgruppe Ratingen des Bundes für Umwelt und Naturschutz BUND geworden und bin heute noch Geschäftsführer.

In diesem Zusammenhang habe ich mich beispielsweise im Vorstand der Bürgerinitiative gegen die A 44 engagiert. Nicht, weil ich meinte, dass die Verbindung Ratingen – Velbert nicht verbesserungswürdig war. Sondern weil  ich eine Autobahn mitten durch die beiden größten unzerschnittenen Freiflächen der Region für nicht ausgewogen hielt. Der Ausbau der Landstraße Ratingen – Velbert und die Wiederinbetriebnahme der Niederbergbahn wären erheblich weniger belastend und ausreichend gewesen für wenige Kilometer verbesserten Anschluss.

In letzter Zeit haben sich als eine besondere weltweite Aufgabe der Klimaschutz und die Klimaanpassung herausgestellt. Als in Ratingen der Klimabeirat gegründet wurde, bin ich vom BUND dorthin entsandt worden. Seit einigen Jahren bin ich Leiter des fünfköpfigen Vorstandes des Klimabeirates. Wir haben miterlebt, wie der Klimaschutz in Ratingen in der letzten Zeit in allen Parteien und gerade auch in der Verwaltung immer wichtiger geworden ist und wir vom Klimabeirat inzwischen das Gefühl haben, als Partner der städtischen Klimaschutzpolitik ernst genom­men zu werden.

Für den BUND bin ich auch im Ratinger Friedensbündnis, dass in jedem Jahr im September eine Veranstaltung organisiert. Die beteiligten Gruppen zeigen dabei, dass sie trotz verschiedener Ansätze der Gedanke eint, etwas für den Frieden tun zu müssen, wobei der Begriff Frieden weit verstanden wird.

In letzter Zeit liegt mein Hauptarbeitsschwerpunkt in der Beschäftigung mit Menschen und ihrem Wohlergehen. Geprägt von meinen Eltern war für mich der christliche Glaube immer wichtig, mal  weniger, seit 20 Jahren wieder mehr.  Der Glaube hat mir die Kraft gegeben, so vielfältig hartnäckig die geschilderten Aufgaben wahrzunehmen. Weil ich als Pensionär mehr Zeit habe und das managen, organisieren und leiten mit zu meinen Berufserfahrungen gehörte, leite ich seit 4 Jahren das Leitungsorgan der evangelischen Kirche in Ratingen, das Presbyterium.  Auch Tiefenbroich gehört dazu. Ich bemühe mich, die vielfältigen Aufgaben so zu erledigen, dass wir noch genug Zeit haben, uns mit dem Wohlergehen der Menschen zu beschäftigen.

Ich kandidiere in Tiefenbroich – Süd für die SPD. Seit fast 50 Jahren bin ich Mitglied der SPD. Nicht, weil ich mit allem Handeln der SPD immer voll einverstanden bin. Es gibt auch für mich wichtige Themen, bei denen ich das Gefühl habe, dass andere Parteien es besser abdecken. Entscheidend ist für mich, dass meiner Ansicht nach die Gesamtheit der Themen, die ich Ihnen als für mich wichtig geschildert habe, von ihrem Ansatz her die SPD am besten abdeckt, Solidarität mit Mensch und Umwelt.

Schon wegen der vielfältigen anderen Aktivitäten konzentriere ich mich hinsichtlich der SPD auf die Arbeit in Tiefenbroich. Sollten Sie mich in den Rat wählen, muss ich sicher einiges bei mir verändern.

Vor fünf Jahren habe ich in dem anderen Bezirk zum ersten Mal in Tiefenbroich kandidiert und arbeite seitdem  engagiert im Bezirksaus­schuss mit.  Wobei man sagen muss, dass sich in den letzten Jahren die Entscheidungen, die im Bezirksausschuss strittig diskutiert worden sind, sich an einer Hand abzählen lassen. Es gibt meistens eine große Geschlossenheit im Bezirksausschuss.

Tiefenbroich ist ein Dorf, habe ich oft gehört. Dies werte ich nicht als Bemerkung dahingehend, dass Tiefenbroich rückständig sei. Sondern dass es in Tiefenbroich bei vielen Bürgerinnen und Bürgern immer noch ein größeres Zusammenhörigkeitsgefühl wie in einem Dorf gibt, vermittelt etwa über den Schützenverein. Dabei bin ich als Bewohner von West eher Außenseiter. Gleichwohl habe ich mich in den letzten Jahren für Tiefenbroicher Interessen eingesetzt und will es weiter tun.

Es gibt das Gefühl vieler Tiefenbroicher, gegenüber der Stadtmitte benachteiligt zu werden. Die Schließung der Betreuung in der Sparlasse, obwohl Tiefenbroich einen sehr hohen Altersdurchschnitt hat und deswegen dies vielen Mitbürgern und Mitbürgerinnen geholfen hat, hat diesen Eindruck verstärkt. Schon vorher haben die Post und ein Laden die Mitte verlassen. Aber es ist uns auch etwas durch gemeinsames gutes Handeln gelungen, der Bau des Mehrgenerationenhauses. Es ist zu hoffen, dass es der Kern weiterer Angebote in diesem Bereich wird.  Wir müssen aufpassen, dass nicht noch weitere Infrastruktur abgebaut wird.  

Es wird in letzter Zeit gesagt, dass wieder mehr Familien nach Tiefenbroich kommen. Wo dies die Lärmschutzeinschränkungen in Folge des Flughafens noch zulassen, muss dafür noch Wohnraum entstehen, gerade auch preiswerter Wohnraum. Wir brauchen noch mehr Angebote für Kindergartenplätze.  Auch in Tiefenbroich-Süd wird noch ein Kindergarten benötigt. Die Paul-Maar-Grundschule muss endlich baulich saniert werden. Wenn Netto sich doch noch vergrößert, muss es auch während der Umbauzeit ein Angebot für die Tiefen­broicher geben. 

Ein letztes. Wir müssen eine Ausweitung des Flugverkehrs verhindert. Was immer man vor Corona davon hielt, seit Corona gibt es keinen Grund, jetzt eine Ausweitung des Flugverkehr zu planen. Niemand weiß, wie der Flugverkehr sich in den nächsten Jahren wieder entwickelt wird, niemand weiß, wie sich die Verteuerung des Flugverkehrs aus Klimaschutzgründen auf die Fluggastzahlen auswirken wird.  Als Mitglied der Flughafenkommission und Vorstands­mitglied von „Ratinger gegen Fluglärm“ leiste ich meinen Beitrag dagegen.

So, ich hoffe, Sie haben jetzt eine bessere Vorstellung von mir. Ab Samstag, den 15. August stehen wir jeden Samstag zwischen 10.00 und 12.00 Uhr vor dem Netto-Markt. Sie können mich gern dort ansprechen.